Kiel, 07. 10. 2026. Wenn in Krisenzeiten über Einsparungen gesprochen wird, geraten soziale Angebote, Teilhabe und Prävention schnell unter Druck. Für das PETZE-Institut für Gewaltprävention ist klar: Gerade in Krisensituationen sind verlässliche Strukturen, Prävention sexualisierter Gewalt sowie Teilhabe und Schutz besonders wichtig.
„Sexualisierte Gewalt bietet kein Sparpotenzial.“,
sagt Heike Holz, Geschäftsführerin des PETZE-Instituts für Gewaltprävention.
„Schutz und Prävention von sexualisierter Gewalt ist keine freiwillige Zusatzleistung, die man in schwierigen Zeiten einfach zurückfahren sollte. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil von Kinder- und Jugendschutz und dem Schutz von Menschen mit Behinderungen.“
Kürzungen sind politische Entscheidungen
Eine Haushaltskrise bedeutet nicht automatisch, bei denjenigen zu sparen, die besonders auf Schutz, Unterstützung und Teilhabe angewiesen sind.
„Wo gekürzt wird, ist eine politische Entscheidung. Und politische Entscheidungen können auch anders getroffen werden.“,
so Holz.
„Wir erleben gerade, wie soziale Infrastruktur unter Druck gerät. Dabei sind es genau diese Strukturen, die gesellschaftlichen Zusammenhalt ermöglichen.“
Die jüngsten Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zeigen zudem, wie groß der Druck auf demokratische Institutionen und die Zivilgesellschaft ist. Auch Schleswig-Holstein steht vor politischen Veränderungen. Mit der Landtagswahl am 18. April 2027 wird sich die politische Landschaft verändern.
„Der politische Umgang in Schleswig-Holstein ist derzeit von einer großen gegenseitigen Wertschätzung geprägt. Wir müssen aber damit rechnen, dass soziale Organisationen und unsere Themen künftig stärker politisch unter Druck geraten.“,
sagt Holz. Und weiter:
„Das betrifft unter anderem die Gleichstellungspolitik, den Schutz von Frauen* und jungen Menschen, sowie Teilhabe und Bildung. Gerade mit Blick auf die kommende Landtagswahl dürfen wir jetzt keine Strukturen schwächen, die unsere Demokratie und unseren sozialen Zusammenhalt tragen.“
„Was heute in der sozialen Infrastruktur weggekürzt wird, lässt sich nicht einfach wieder anschalten, wenn sich die politische Lage verschärft.“,
so Holz.
Junge Menschen, Frauen* und Menschen mit Behinderungen brauchen gerade in Krisenzeiten verlässliche Schutzstrukturen. Prävention von sexualisierter Gewalt setzt an, bevor Gewalt passiert: Sie stärkt Kinder und Jugendliche und Menschen mit Behinderungen, qualifiziert Fachkräfte und schafft Strukturen, in denen Gewalt erkannt und verhindert werden kann.
Das PETZE-Institut beteiligt sich deshalb an der Demonstration „Demokratie sichern – Zusammenhalt stärken“ am 8. Oktober 2026 in Kiel und setzt sich gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen für den Erhalt sozialer Infrastruktur, Teilhabe und Prävention ein.
Treffen Sie uns auf der Demo oder berichten Sie gern. Wir laden Sie herzlich ein, über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Schutz vor sexualisierter Gewalt zu berichten. Bitte wenden Sie sich an: petze@petze-kiel.de oder 0431/ 92333.
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Über das PETZE-Institut für Gewaltprävention:
Der Schutz von Schutzbedürftigen vor sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt ist seit über 30 Jahren zentrales Anliegen des PETZE-Instituts für Gewaltprävention. Dafür bilden wir Erwachsene, die mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen arbeiten, fort – in Kiel, Schleswig-Holstein und darüber hinaus.
PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH
Dänische Straße 3–5
24103 Kiel
petze@petze-kiel.de
V. i. S. d. P.: Heike Holz, PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH, Kiel