Kiel, 03.09.2026. Am 17. September startet „Gentle Monster“ von Drehbuchautorin und Regisseurin Marie Kreutzer in den deutschen Kinos. Eine Sondervorführung findet am Montag, dem 21. September, um 20 Uhr im Studio Filmtheater Kiel statt. Das PETZE-Institut für Gewaltprävention und N. I. N. A. e.V. begleiten die Vorstellung, Referent*innen führen ein anschließendes Auswertungsgespräch im Kinosaal.

Der 114-minütige Spielfilm erzählt die Geschichte des Familienvaters Philip (Laurence Rupp), der wegen des Besitzes und der Verbreitung strafbarer Missbrauchsdarstellungen von Sonderermittlerin Elsa (Jella Haase) überführt wird. Für seine Ehefrau Lucy  (Léa Seydoux) beginnt damit ein schmerzhafter Prozess zwischen Vertrauen, Zweifel und der Frage, ob auch der gemeinsame Sohn betroffen sein könnte.

Das PETZE-Institut begrüßt, dass der Film das Thema sexualisierte Gewalt öffentlich sichtbar macht.

„Sexualisierte Gewalt kann jedes Kind treffen und überall geschehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir darüber sprechen und uns als Erwachsene mit unserer Verantwortung auseinandersetzen“,

so Heike Holz, Geschäftsführerin des PETZE-Instituts.

„Prävention sollte Kinder nicht verängstigen, sondern sie stärken: Sie basiert auf Kinderrechten, vermittelt altersgerecht Wissen und Handlungsmöglichkeiten und fördert Selbstvertrauen und Handlungssicherheit. Prävention darf bunt, vielfältig und zugewandt sein und dabei auch Spaß machen. Denn Kinder sollen nicht mit der Angst vor sexualisierter Gewalt aufwachsen, sondern mit dem Wissen: Ich bin wichtig. Meine Grenzen zählen. Und ich darf mir Hilfe holen!“,

so Holz. Dafür bietet das PETZE-Institut (Unterrichts)-Material, Projekte und Fortbildungen an.

Allein 2025 wurden in Deutschland 41.677 Fälle von Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Missbrauchsdarstellungen registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. Das PETZE-Institut spricht bewusst von Missbrauchsdarstellungen statt von „Kinderpornografie“: Denn hinter jeder Darstellung steht ein Kind, an dem sexualisierte Gewalt ausgeübt wurde.

„Gentle Monster“ zeigt eindrücklich, wie schwer es sein kann, sexualisierte Gewalt zu erkennen.

„Unsere langjährige Präventionsarbeit zeigt, dass betroffene Kinder Signale senden können. Sensibilisierte Erwachsene können Auffälligkeiten wahrnehmen, Kindern zuhören und sie stärken. Sie können dafür sorgen, dass Kinder die notwendige Unterstützung bekommen“,

betont Holz. Prävention ist möglich und wirkt.

Für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte gibt es heute vielfältige, niedrigschwellige und vertrauliche Beratungs- und Hilfsangebote. Der Film kann deshalb ein wichtiger Anlass sein, genauer hinzuschauen, hinzuhören und dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen. Die Kampagne der UBSKM „Schieb deine Verantwortung nicht weg!“ ermutigt Erwachsene ebenfalls dazu, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden.

„Gentle Monster“ stellt wichtige Fragen ohne einfache Antworten zu liefern. Das PETZE-Institut wünscht dem Film einen guten Kinostart und viele Zuschauer*innen. Möge er dazu beitragen, dass wir über sexualisierte Gewalt sprechen, genauer hinschauen und
Verantwortung übernehmen, auch wenn das Thema schwer auszuhalten ist.

Sondervorführung:
Montag, 21. September 2026, 20 Uhr
Studio Filmtheater Kiel

Nils Raupach vom PETZE-Institut sowie eine Mitarbeiterin des bundesweiten Hilfe-Telefons Sexueller Missbrauch – N. I. N. A. e.V. stehen im Anschluss an die Filmvorführung für ein Gespräch zur Verfügung. Im Foyer informieren PETZE und N. I. N. A. über ihre Arbeit und Angebote zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt.

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Über das PETZE-Institut für Gewaltprävention:

Der Schutz von Schutzbedürftigen vor sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt ist seit über 30 Jahren zentrales Anliegen des PETZE-Instituts für Gewaltprävention. Dafür bilden wir Erwachsene, die mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen arbeiten, fort – in Kiel, Schleswig-Holstein und darüber hinaus.

PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH
Dänische Straße 3–5
24103 Kiel
petze@petze-kiel.de
V. i. S. d. P.: Heike Holz, PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH, Kiel

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