Das Land Schleswig-Holstein unterstützt ab 2022 das PETZE-Institut für Gewaltprävention, um Gewaltschutz in der Behindertenhilfe effektiv umzusetzen.

Kiel | 15.12.2021 Der SSW hat sich dankenswerter Weise für die Belange für Menschen mit Behinderung und PETZE eingesetzt und einen dauerhaften Zuschuss in Höhe von 98.000 € erwirkt. Damit wird sehr wahrscheinlich nicht nur die amtierende Jamaika-Koalition, sondern auch die kommende Regierung die Förderung zum Schutz vor (sexualisierter) Gewalt gegen Menschen mit Behinderung im Land fest finanzieren. Der Südschleswigsche Wählerverband hat maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen. Schließlich hat die Minderheitenpartei die Jamaika-Zustimmung zu ihrem Antrag auf institutionelle Förderung der PETZE zur Bedingung für ihr Votum für den Gesamthaushalt (des Landes Schleswig-Holstein) gemacht. Der sozialpolitische Sprecher des SSW im Landtag, Christian Dirschauer, freut sich über die durch den Zuschuss ermöglichte Planungssicherheit und erklärt:
„Menschen mit Behinderungen haben leider ein erhöhtes Risiko, Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung zu erleiden. Das ist hinlänglich bekannt und erwiesen. Noch dazu hat die Corona-Pandemie diese Situation verschärft. Dem müssen wir entschieden entgegentreten. Und mit dem PETZE-Institut haben wir hierfür den absolut richtigen Partner an unserer Seite. Die Entwicklung eines derart umfangreichen Präventionsprojektes ist ambitioniert aber dringend nötig. Wir hoffen, dass die PETZE bald ihre Arbeit in diesem so wichtigen Bereich aufnehmen kann, und dass wir Dank der Zustimmung zu unserem Antrag viele Einrichtungen erreichen und möglichst viele Menschen mit Behinderungen vor Gewalt schützen können.“
Die Ausganglage macht deutlich, dass eine Finanzierung für diesen Bereich dringend notwendig ist. So zeigt die Studie BMAS – Gewaltschutzstrukturen für Menschen mit Behinderungen – Bestandsaufnahme und Empfehlungen vom IfeS im Auftrag des BMAS (2021) , dass zur Umsetzung des Landesrahmenvertrags und der in § 37a SGB IX aufgenommenen Verpflichtung zu Gewaltschutzkonzepten, Einrichtungen der Eingliederungshilfe von externe Fachstellen begleitet werden müssen. Nur so kann nachhaltig für Schutz und Selbstbestimmung gesorgt werden. Dazu Ann-Kathrin Lorenzen, Leitung des Bereichs Teilhabe im PETZE-Institut:
„Menschen mit Behinderung wurden bisher im Gewaltschutz nahezu vergessen, nochmal mehr unter der Pandemie. Hier haben wir einiges aufzuholen.“
Obwohl das PETZE-Institut für Gewaltprävention seit über 10 Jahren aktiv für die Verhinderung von Gewalt gegenüber Menschen mit Behinderung arbeitet und sich an verschiedenen bundesweiten (Modell-)Projekten beteiligt hatte, gab es bisher ausschließlich projektbezogene Finanzierungen und keine dauerhafte Förderung vom Land. 
„Wir sind sehr dankbar, dass unsere Arbeit auch in diesem Bereich vom Land Schleswig-Holstein ab Januar finanziell anerkannt werden wird“,
so Heike Holz, Geschäftsführerin des PETZE-Instituts für Gewaltprävention. Wir laden Sie herzlich ein über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Schutz vor sexualisierter Gewalt in Kiel und Schleswig-Holstein zu berichten. Bitte wenden Sie sich an: petze@petze-kiel.de oder 0431/ 92333.

Über das PETZE-Institut für Gewaltprävention:

Der Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt ist seit fast 30 Jahren zentrales Anliegen des PETZE-Institut für Gewaltprävention. Wir bilden Erwachsene, die mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen in Kiel, Schleswig-Holstein und darüber hinaus fort. Für die Präventionsarbeit entwickeln wir praxisnahe Materialien und Projekte. Bekannt ist die PETZE für ihre Wanderausstellungen, die u. a. in Schulen, in der Behindertenhilfe und in Kitas Kinder und Jugendliche altersgerecht zu den Themen sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt und Grenzverletzungen und sensibilisieren. PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH  Dänische Straße 3-5 24103 Kiel Tel.: 0431/ 92333 V.i.S.d.P.: Ann-Kathrin Lorenzen, PETZE-Institut für Gewaltprävention gGmbH, Kiel, 0431 – 92 333 PDF Pressemitteilung: Erfolgreiche Haushaltsverhandlungen zur Gewaltprävention für Menschen mit Behinderung

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