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Mit „Gentle Monster“ kommt ab dem 17. September ein Spielfilm über sexualisierte Gewalt an Kindern in die Kinos. Noch vor dem offiziellen Kinostart gibt es beim KINOFEST am Sonntag, dem 13. September, um 17:30 Uhr eine Preview von „Gentle Monster“ im Studio Filmtheater in Kiel. Der Eintritt kostet nur 5 Euro. Eine Sondervorführung unter Beteiligung der PETZE und N. I. N. A. e. V. findet am Montag, dem 21. September, um 20 Uhr ebenfalls im Studio Filmtheater statt.

In dem 114-minütigen Film der Drehbuchautorin und Regisseurin Marie Kreutzer geht es um das Thema der sogenannten „Kinderpornografie“. Da jede sexuelle Handlung vor oder an einem Kind Missbrauch bzw. sexualisierte Gewalt darstellt, bevorzugen wir den Begriff „Missbrauchsdarstellungen“. Im Jahr 2025 erfassten deutsche Behörden 41.677 Fälle von Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung solcher Darstellungen. Es gibt vermutlich eine sehr viel größere Dunkelziffer. Hinter jeder Darstellung steht ein betroffenes Kind!

Handlung des Films:
Der sympathisch dargestellte Familienvater Philip (Laurence Rupp) wird von Sonderermittlerin Elsa (Jella Haase) überführt, strafbare Videos besessen und verbreitet zu haben. Philips Ehefrau Lucy (Léa Seydoux) ist entsetzt. Sie würde Philips Beteuerungen, er habe nichts Unrechtes getan, zu gerne glauben. Aber Zweifel nagen an ihr. Wer ist der Mann den sie zu kennen glaubte? Hat Philip vielleicht sogar den gemeinsamen Sohn missbraucht, mit dem er so liebevoll umgeht?
Filmplakat Gentle Monster

Es ist sehr wichtig, dass es Filme wie „Gentle Monster“ gibt. Der Film vermittelt eine wichtige Botschaft: Sexualisierte Gewalt kann jedes Kind treffen und überall geschehen. Studien zufolge erlebt etwa jeder fünfte bis zehnte Mensch im Laufe von Kindheit und Jugend strafrechtlich relevanten sexuellen Missbrauch. Umso wichtiger ist es, dass wir uns als Erwachsene mit dem Thema auseinandersetzen.

Gleichzeitig möchten wir einige Aspekte ergänzen, die ein Film nur schwer darstellen kann: Es ist schwierig, sexualisierte Gewalt zu erkennen. Unsere langjährige Arbeit zeigt jedoch, dass viele betroffene Kinder Auffälligkeiten zeigen, die sensibilisierte Erwachsene, wie z. B. Eltern und Fachkräfte, bemerken können. Kinder können durchaus Signale senden – und Erwachsene können sie altersgerecht unterstützen und stärken. Prävention ist möglich und wirkt!

Im Film erscheint es zudem stellenweise so, als gäbe es für Betroffene und Angehörige kaum professionelle Unterstützung. In der Realität gibt es heute jedoch vielfältige, niedrigschwellige und vertrauliche Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte.

Vielleicht ist genau dieser Film ein guter Anlass, dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen, hinzuschauen, hinzuhören und nachzufragen. Die Kampagne der UBSKM „Schieb deine Verantwortung nicht weg!“ ermutigt dazu, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu werden.

„Gentle Monster“ ist ein sehenswerter Film. Nicht zuletzt überzeugt Hauptdarstellerin Léa Seydoux in der Rolle einer zwischen Vertrauen und Beziehungsabbruch zerrissenen Partnerin. Der Film stellt wichtige Fragen zum Hinschauen, zur Übernahme von Verantwortung und zum Handeln im Kontext sexualisierter Gewalt, ohne fertige Antworten zu liefern.

Nach dem Film wird es die Möglichkeit zum Austausch mit Nils Raupach vom PETZE-Institut sowie einer Mitarbeiterin des bundesweiten Hilfe-Telefons Sexueller Missbrauch – N.I.N.A. e.V. im Kinosaal geben. Mehr Informationen über unsere Arbeit gibt es am Infotisch im Foyer.

Wir wünschen „Gentle Monster“ einen guten Kinostart und viele Zuschauer*innen. Möge der Film dazu beitragen, dass wir über sexualisierte Gewalt sprechen, genauer hinschauen und Verantwortung übernehmen.

Das Team der PETZE

Trailer auf YouTube ansehen:

Gentle Monster mit Abspiel-Button
https://www.youtube.com/watch?v=-Wi2BuxDfeA
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