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8. März: Warum Feminismus auch Schutz vor sexuellem Missbrauch ist

Der 8. März ist Internationaler feministischer Kampftag und weltweit gehen Menschen auf die Straße, um für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und gegen Gewalt zu kämpfen. In unseren Projekten und Fortbildungen taucht auch immer wieder die Frage auf: Warum ist Feminismus zentral für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Menschen die behindert werden vor sexualisierter Gewalt?
Patriarchale Strukturen sind eine ausschlagende Grundlage für Gewalt. Sie äußern sich in vielen Gewaltformen:
  • Femizide
  • Sexualisierte Gewalt
  • Häusliche Gewalt
  • Digitalisierte Gewalt
  • Gewalt gegen Personen der queeren communities
  • Ungleiche Verteilung von Care-Arbeit
  • Diskriminierung und Abwertung von Weiblichkeit
  • Schädliche Männlichkeitsnormen
  • Benachteiligungen im Gesundheitssystem
  • Wirtschaftliche Unterdrückung
Intersektionaler Feminismus ist eine notwendige Antwort, um Gleichberechtigung und Schutz vor sexualisierter Gewalt voranzutreiben. Er hinterfragt Machtverhältnisse, Geschlechterrollen und Abwertungen, um (sexuelle) Selbstbestimmung, das Recht auf ein gewaltfreies Leben und Aufwachsen und eine faire Verteilung von Ressourcen für alle zu ermöglichen. Denn auch wenn mit Blick auf feministische Kämpfe in der Vergangenheit bereits viel erreicht wurde, so machen der Blick auf aktuelle Entwicklungen und die Betroffenheiten von Gewalt die Notwendigkeit deutlich, weiterzumachen und solidarisch zusammen laut zu bleiben.
Die neue LeSuBiA-Studie (Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag) ist eine geschlechterübergreifende Bevölkerungsbefragung zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland. Sie verdeutlicht neue Dunkelfeldzahlen zur Gewaltbetroffenheit von Frauen und Männern in Deutschland und zeigt erneut, dass die Anzeigequoten niedrig sind und wir von einem hohen Dunkelfeld ausgehen müssen.
Neben dem Erstarken feministischer Perspektiven in öffentlichen Diskursen erleben wir zeitgleich auch ein Erstarken antifeministischer Diskurse und Entwicklungen. Die Leipziger Autoritarismus-Studie macht zum Beispiel deutlich, dass Einstellungen/Haltungen autoritärer junger Personen häufig mit rigiden Geschlechterrollen, Misogynie und einer Ablehnung von Gleichberechtigung einhergehen. In solchen Denkmustern, die auf Ungleichheit und unterschiedlichen Wertigkeiten beruhen, werden Grenzen anderer Menschen leichter überschritten – und Betroffenen wird weniger geglaubt. Ein zentraler Befund der Studie, ist die weit verbreitete Zustimmung zu antifeministischen, sexistischen und transfeindlichen Einstellungen. Das verdeutlicht uns umso mehr, dass das Thema Prävention von sexualisierter Gewalt mit all seinen Facetten in Schule, Berufsschule, Erwachsenenbildung, Kita und Jugendarbeit unabdingbar ist.
Fachkräfte brauchen die Fähigkeiten und Ressourcen, die strukturellen Ursachen von sexualisierter Gewalt mit ihren Zielgruppen zu bearbeiten.
Prävention bedeutet nicht nur Schutz vor (weiteren) Übergriffen und die Hilfe für Betroffene – Prävention ist auch Täter*innenprävention.
Wir müssen mit unseren Zielgruppen, aber auch mit unserem erwachsenen Umfeld, darüber sprechen,
  • welche Bilder von Männlichkeit sie prägen,
  • wie Gefühle wahrgenommen und ausgedrückt werden können,
  • welche Horizonte und Einschränkungen sie für ihre Geschlechtsidentitäten wahrnehmen,
  • welche Rollenbilder sie aus Familie, Medien und Gesellschaft übernehmen,
  • was Grenzen, Konsens und Respekt bedeuten.
Der Internationale feministische Kampftag an diesem Wochenende erinnert uns daran:
Gleichberechtigung, Menschenrechte und Gewaltprävention gehören immer zusammen.
Also kommen Sie mit uns raus zum 8. März und schauen sie nach Veranstaltungen, Demonstrationen und Bildungsangeboten in Ihrer Region!
Streik? Am 09. März ist es so weit – Frauen*streik in Deutschland. Alle weiteren Informationen hier: https://toechterkollektiv.de
Unterstützen Sie die Petition zur Anpassung des Sexualstrafrechts auf ein „JA heißt JA“-Prinzip: https://innn.it/ja
Möchten Sie dieses Thema in Ihrem Umfeld bewegen?

Schauen Sie gern auf unsere Fortbildungsangebote auf unserer Webseite und oder unterstützen sie unsere Arbeit mit einer Spende oder dem Kauf eines Postkartensets:

https://petze-institut.de/produkt/postkarten-set-praeventionsbotschaften/
Feministische Grüße sendet das
PETZE-Institut für Gewaltprävention
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